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„Ein Volk stirbt im Mutterleib“

In: Markus Liske / Manja Präkels (Hg.): Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?
ISBN 9783957321213
2016, 192 Seiten, S. 88-94, 18,00 Euro, Verbrecher Verlag
Auch als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich (Epub / Mobipocket für 11,99 €).
 
Textauszug:

Neben der Angst vor Ausländern (Pegida), Muslimen (HoGeSa) oder der „Frühsexualisierung von Kindern“ (»Besorgte Eltern«) haben „Lebensschützer“ vor allem Furcht davor, dass „die Deutschen aussterben“ könnten. Nicht nur Einwanderung, sondern vor allem die Frauen wollen radikale Abtreibungsgegner_innen kontrolliert wissen. Das Zuviel an „Fremden“ führen sie vorrangig auf ein Zuwenig an „deutschen“ Kindern zurück. Das christliche Abendland, das die Patriot_innen in Dresden retten wollen, entfaltet sich somit auch auf den „Märschen für das Leben“, sei es als Gebetsprozession wie in Münster oder als Schweigemarsch wie in Annaberg-Buchholz.

Gegen die „Märsche für das Leben“ – eine Erfolgsgeschichte

in: Familienplanungszentrum – BALANCE (Hg.): Die neue Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter-)nationalen Raum. Ist die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen heute in Gefahr?
ISBN 978-3-940865-32-8
2012, 95 Seiten, S. 84-87, 14,00 Euro, AG Spak

Textauszug:

Seit 2008 kommt es in mehreren deutschen, österreichischen und Schweizer Städten zu Mobilisierungen gegen die alljährlichen Demonstrationen der selbsternannten Lebensschützer_innen. Berlin, München, Freiburg und Münster, Wien, Graz, Salzburg und Zürich – linke, antifaschistische und (queer)feministische Gruppen demonstrieren gemeinsam mit Frauenberatungsstellen gegen fundamentalistische Christ_innen und Abtreibungsgegner_innen. Diese Mobilisierungen setzen zum einen den Aktionen der Abtreibungsgegner_innen erstmals öffentlichen Protest entgegen, zum anderen gaben sie auch Anstöße zur Vernetzung von Gruppen, die bislang nicht zusammengearbeitet haben. Darüber hinaus haben diese Proteste eine erneute Auseinandersetzung mit Abtreibung und reproduktiven Rechten angeregt, die in linken und (queer)feministischen Kreisen lange nicht mehr geführt wurde.