Skip to content

Content Header

„Pränatale Diagnostik muss sich ändern“

in der taz nord vom 7. 11. 2018

taz: Frau Achtelik, gibt es unter Feministinnen verschiedene Auffassungen zum Thema Abtreibung?

Kirsten Achtelik: Nicht zum Thema Abtreibung, aber bei Abtreibungen nach pränataler Diagnostik. Der „Pro-Choice-Fraktion“ ist es am wichtigsten, den Frauen zu vertrauen und die persönlichen Gründe nicht in Frage zu stellen. Eine andere Fraktion, vor allem von Feministinnen mit Behinderungen, findet die gezielte Suche nach Abweichungen beim Fötus bedenklich.

mehr

 

Know your enemy – Analyse/n und Strategien im Kampf gegen die sog. Lebensschutzbewegung

sillestha #16 Eine queerfeministische Radiostunde – Sendung mit Kirsten Achtelik und Eike Sanders zu ihrem Buch Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung.
Wir sprechen mit zwei der Autorinnen über Positionen und Strategien der sogenannten Lebensschutzbewegung. Bereits im letzten Jahr haben wir uns bei Sillestha mit dem Spannungsfeld von Schwangerschaftsabbrüchen und Pränataldiagnostik beschäftigt. Auch AfD und Antifeminismus von Rechts waren Themen unserer Sendung. Daran wollen wir mit der aktuellen Sendung anknüpfen. Wir sprechen darüber, welche hilfreichen Analyse_Werkzeuge im Kampf gegen die sogenannte Lebensschutzbewegung zur Verfügung stehen und welche Strategien oder Allianzen wirkmächtig sein können.

Schulterschluss beim „Marsch für das Leben“

Beitrag den Informationen am Morgen vom 24.09.2018 im Deutschlandfunk zum Marsch für das Leben am 22. September 2018 mit einem O-Ton von mir

Das Thema Abtreibung führt sie zusammen: konservative Christen und Mitglieder der AfD. Den Schwangerschaftsabbruch lehnen sie strikt ab. Seit Jahren gehen die sogenannten Lebensschützer regelmäßig in Berlin auf die Straße – und rufen auch Gegendemonstrationen auf den Plan. Von Claudia van Laak

„Antifeministische“ Ideologie?

Die Sozialwissenschaftlerin Kirsten Achtelik promoviert gerade über das Thema Lebensschutzbewegung, sie kritisiert deren Anhänger aus einer feministischen Perspektive.

„Ich würde schon sagen, dass sie sich für ehrliche Christen halten, aber das haben auch andere Leute schon getan, die menschenfeindliche Ansichten haben. Der Kern ihrer Ideologie ist antifeministisch, gegen die Frauen gerichtet, und davon können sie sich gar nicht distanzieren, dann dürften sie nicht zu ihrer Demo aufrufen.“

Interview zum Bluttest

Anlässlich des Berichtes des IQWiG zur Qualität der Bluttests auf Trisomie 21, 18 und 13 haben Bioskop, Gen-ethisches Netzwerk und das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik eine Erklärung veröffentlicht, in der ein Moratorium für die Kassenzulassung der Tests gefordert wird. Für die Sendung „Tag für Tag“ des Deutschlandfunk wurde ich zu den Tests, deren behindertenfeindlichen Implikationen und der angemessenen Halung zur „Lebenschutz“-Bewegung interviewt. Das ganze Interview gibt es hier zum Nachhören, die ganze Sendung vom 10.07.18 zum Bluttest und pränataler Diagnostik hier.

Podiumsdiskussion zu reproduktiver Selbstbestimmung

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) veranstaltete dieser am 21. Oktober 2017 eine Podiumsdiskussion zum Thema Reproduktion und sexuelle Selbstbestimmung in Magdeburg. Dort diskutierte ich mit Katja Krolzik-Matthei, Viola Schubert-Lehnhardt und Daniela Wakonigg, das Gespräch ist in der aktuellen Ausgabe der MIZ (3/17) dokumentiert.

Interview zu Spätabbrüchen

Leben nicht Lebenswert?! Für den 3. Teil der Reihe „Hirnwäsche“ zu Spätabtreibungen hat Raúl Krauthausen mit mir gesprochen: Video bei youtube

„Es geht um die Verknüpfung verschiedener Kämpfe“

Interview in der Behindertenbeilage der Jungen Welt 28.06.17

Feministische und Behindertenbewegung müssen verstärkt ­zusammenarbeiten. Interview: Charlie Kaufhold

Im Februar haben 20 Organisationen eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich gegen die sogenannten Praena-Tests aussprechen. Worum geht es dabei?

Seit August 2016 prüft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Krankenkassen, der Krankenkassenbetreiber und der Ärzteschaft, ob der nichtinvasive pränatale Bluttest in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen wird. Mit dem Test kann festgestellt werden, ob bei einem Fötus eine Wahrscheinlichkeit für Trisomie 13, 18 oder 21 vorliegt. In der Stellungnahme wird gefordert, dass dieses Verfahren gestoppt wird.

Was kritisieren Sie an dem Vorhaben, den Test in die Regelversorgung aufzunehmen?

Meiner Meinung nach verstößt das Verfahren gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Darin steht, dass Maßnahmen gegen »schädliche Praktiken« ergriffen werden müssen. Das Angebot des »Praena-Tests« ist eine solche schädliche Praxis, weil es nahelegt, dass die Geburt eines Kindes mit Behinderung nicht den gleichen Wert hat wie die Geburt eines nichtbehinderten Kindes. Eine kassenfinanzierte »Fahndung« nach Trisomien hebt diese als besonders vermeidenswert hervor. Außerdem ist der Prüfvorgang problematisch: Der G-BA prüft nur – wie bei Medikamenten auch –, ob der Test wirksam und zuverlässig ist. Für eine ethische Prüfung hat das Gremium kein Mandat.

Schon jetzt gibt es Untersuchungen, mit denen Föten auf mögliche Beeinträchtigungen getestet werden. Was ist das Besondere an dem »Praena-Test«?

Es gibt pränatale Untersuchungen, die medizinisch sinnvoll sind für die werdende Mutter oder das werdende Kind. Beispielsweise können mit Ultraschall Herzfehler festgestellt werden, die bei der Vorbereitung der Geburt zu berücksichtigen sind. Ultraschall kann aber auch dazu genutzt werden, nach Behinderungen zu suchen. Der Bluttest funktioniert nur so: Er ist ausschließlich selektiv. Er hat einzig und allein zum Ziel, nach unerwünschten Abweichungen zu suchen, er hat keinen medizinischen Vorteil.

mehr … „Es geht um die Verknüpfung verschiedener Kämpfe“