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In Berlin streiken die Kranken­haus­beschäftigten unter erschwer­ten Bedingun­­gen, ob­wohl angeblich alle Welt ihre Forderungen unterstützt.
Bodycheck – Die Kolumne zu Biopolitik und Alltag in der Jungle World 34/21

Die Arbeitsbedingungen anderer Leute sind meist – selbst für Linke – eher abstrakt interessant, weil bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne schlecht sind für die Profitrate, und klar, wegen der Solidarität. Das sind allerdings keine Argumente, mit denen man größere Bevölkerungsgruppen mobilisieren kann. Die Arbeitsbedingungen von Menschen, die in der Pflege arbeiten, haben allerdings ganz konkrete Auswirkungen auf die, mit denen diese Menschen arbeiten. Und das sind über kurz oder lang nun mal alle.

Daher tun die Berliner Pflegenden das einzig Richtige, auch im Sinne der Patientinnen und Patienten: Ausdrücklich geht es bei diesem Streik nicht in erster Linie um einen höheren Verdienst, sondern um bessere Arbeitsbedingungen, Tarifverträge für alle Beschäftigten und gleiche Bezahlung. Denn die Arbeitsbedingungen sind momentan oft menschenunwürdig, für die Pflegenden und die Gepflegten. Die Krankenhausbeschäftigten wissen, was sie und ihre Arbeitskraft für die zu Pflegenden bedeuten – das hat zuletzt die Covid-19-Pandemie gezeigt. Sie wissen aber auch, dass wir das wissen und dass es mit ein wenig Klatschen vom Balkon nicht getan ist. Daher ist der Slogan der Berliner Krankenhausbewegung, die seit Montag streikt, auch so schlau und gut: »Wir für euch – ihr für uns!«

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Medizinethische Strategien der »Lebensschutz«-Bewegung

Cover: Abbildung des Buchs "Kulturkampf und Gewissen"Eike Sanders / Kirsten Achtelik / Ulli Jentsch
160 Seiten
Preis: 15,00 €
ISBN: 9783957323279
Verbrecher Verlag

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Sie möchte nicht nur die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren, sondern führt auch einen Kulturkampf zur Retraditionalisierung der Geschlechter- und Familienverhältnisse, um christliche Moral und das ärztliche Gewissen. Damit ist sie Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen, Aufwindes.

Die Autor*innen analysieren die neuen medizinethischen Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung, ihre Stärken, Schwächen und internen Widersprüche. Damit liefern sie das Material für eine kritische Auseinandersetzung mit den „Lebensschützern“ – und die Grundlage für den nötigen Widerstand.

Das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung gibt es als Leseprobe.

§219a: Der Kulturkampf um Abtreibung

von Eike Sanders und Kirsten Achtelik

Nachdem selbsternannte Lebensschützer die Ärztin Kristina Hänel wegen »unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche« angezeigt hatten, verurteilte ein Gericht sie Ende vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe. Kirsten Achtelik und Eike Sanders analysieren die Strategien der »Lebensschützer« und plädieren für ein Ende der Strafbarkeit von Abtreibungen. In Blätter 5/2018, Seite 33-36, Test ist online hinter einer 1,- Euro-Bezahlschranke

Pressestimmen

Auf 160 Seiten bietet das Buch eine gute Übersicht über die Strategien der Bewegung, die mit vielen Beispielen aufgezeigt werden. Die gut recherchierten Fakten sind übersichtlich präsentiert und werden am Ende analysiert.

Audiorezension von Carolin Born auf Radio Dreyeckland

Die Autor_innen zeigen, wie wenig Sicherheit die derzeitige Gesetzgebung dem Selbstbestimmungsrecht der Frauen* bietet, und fordern, den Diskurs über Abtreibungen, Reproduktionsmedizin und Sterbehilfe mit emanzipatorischen Inhalten zu füllen.

Rezension von Zoe Sona in der taz

Die Lektüre des Buches verdeutlicht, dass ein Ignorieren der „Lebensschutz“-Bewegung keine Lösung ist. Schließlich geht es den Akteur_innen in ihrem „Kulturkampf“ letztendlich um die sexuellen und reproduktiven Rechte aller. Die Recherchen und Analysen des Buches bieten eine hervorragende Grundlage für das „explizit feministische, faktenfundierte Gegenhalten“, das die Autor_innen fordern.

Rezension von Isabelle Bartram in Dr. med. Mabuse 234

Dieser Band bietet klare Informationen, zahlreiche Quellenhinweise und Basis für dringend wie differenziert zu führende öffentliche Diskussionen.

Rezension von Meike Lauggas in WeiberDiwan Juli 2018

Mit dem dritten Kapitel begeben sich die AutorInnen in medias res und befassen sich mit der „medizinethischen Argumentation im Bereich ‚Lebensschutz‘“. Es setzt sich nicht nur kritisch mit den medizinethischen Strategien der Keim- und EmbryonenschützerInnen in Sachen Abtreibung auseinander, sondern ebenfalls – etwas schwächer – mit denjenigen zur Gen- und Reproduktionstechnologien sowie zur Sterbehilfe. Es ist das interessanteste Kapitel des Bandes.

Rezension von Rolf Löchel für das Rezensionsforum literaturkritik.de

Das Buch von Achtelik, Sanders und Jentsch liefert wichtige Argumente für das »explizit feministische, faktenfundierte Gegenhalten« und kommt damit genau zur rechten Zeit.

Rezension von Jana Werner in Junge Welt

Hier liegte ein Buch vor, das vorallem zur Aufklärung der Hintergründe und Intentionen der populistischen Bewegung  dient und die bedrohliche erneute Präsenz der Bewegung aufzeigt. Die Verfasser*innen schaffen es, die Thematik verständlich darzustellen und eindringlich klar zu machen, dass Handlungsbedarf herrscht.

Rezension von Sylvia Aßlaber in AEP lnformationen